Das Gefängnis „Am Neudeck“ ist vielen bekannt als ehemaliges Frauen- und Jugendgefängnis. 2010 beschloss der Landtag, es an einen privaten Investor zu verkaufen, und es wurde seither teuer vermarktet. Doch auf die dunkle Geschichte des Ortes ab den 1930er Jahren verweist heute nichts mehr. Dabei war das Gebäude in der NS-Diktatur ein zentraler Ort der frühen politischen Repression in München.
Das Gefängnis am Neudeck, in dem schon 1918 Kurt Eisner und Sonja Lerch sowie 1922 Felix Fechenbach in Untersuchungshaft waren, diente von 1933 bis 1945 im Rahmen des NS-Justiz als Ort der Verfolgung und Internierung politischer Gegner*innen und Andersdenkender. Hier waren auch Alexander Schmorell und Kurt Huber von der Widerstandsgruppe Die weiße Rose nach den Verhören im Gestapo-Gefängnis Wittelsbacher Palais bis zu ihrem Prozess vor dem Volksgerichtshof und der Hinrichtung im Gefängnis Stadelheim im März 1943 interniert.
Die örtliche SPD fordert eine Gedenktafel, die zukünftig auf die besondere Bedeutung des Gefängnisses im Zusammenhang mit den politischen Säuberungsaktionen der Nationalsozialisten gegen politische Gegner*innen hinweisen. In ihrem Antrag verweist die SPD-Fraktion auf 59 Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten, von denen dokumentiert ist, dass sie in den ersten Wochen nach der Machtübernahme der NSDAP hier eingesperrt, teils gefoltert und politisch ausgeschaltet wurden.
Dem Antrag auf eine Gedenktafel stimmte der Bezirksausschuss Au-Haidhausen in seiner Februar-Sitzung einstimmig zu.
Kontakt: Hermann Wilhelm, Nina Reitz
SPD OV Haidhausen
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